Pflegebedürftig

Mit dem Alter steigt das Risiko, dass die körperlichen und geistigen Fähigkeiten nachlassen. Können Sie eines Tages nicht mehr selbstständig für sich sorgen, benötigen Sie Unterstützung oder Pflege zu Hause. Wie lässt sich Betreuung organisieren?

Pflege und Betreuung erhalten (zu Hause oder in einem Heim)

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten. Besprechen Sie mit Ihren Angehörigen, ob sie zu Hause oder in einem Heim unterstützt werden kann.

Betreuung durch Angehörige

Wenn Sie Angehörige in Ihrem Umfeld haben, die für Sie sorgen können, ist das eine ideale Lösung. So können Sie weiterhin in Ihrer vertrauten Umgebung wohnen. Dennoch muss diese Lösung reiflich überlegt sein, denn für die Person, die Sie betreut, bedeutet das erhebliche Folgen. Sie sollten offen darüber sprechen, welche Art von Betreuung Sie wünschen, unter Berücksichtigung der Wünsche und Möglichkeiten beider Seiten. Die getroffene Abmachung ist nie endgültig. Wenn sich die Situation ändert, müssen die Bedürfnisse erneut geklärt werden und es muss nach einer neuen Lösung gesucht werden. Berücksichtigen Sie auch die Bedürfnisse der Personen, die Sie betreuen (z.B. Kauf eines technischen Hilfsmittels oder die Möglichkeit eines Mahlzeitendienstes). Auf die Dauer lässt sich eine ständige Pflege nur mit professioneller Unterstützung sicherstellen. Pflegenden Angehörigen fällt es oft schwer, die Grenzen einzuhalten, die sie sich gesetzt haben. Helfen Sie ihnen, sich selbst Sorge zu tragen und eine gangbare Lösung zu finden.

Bezug von Spitex-Leistungen

Wenn die eigenen Kräfte und die Unterstützung durch Familie oder Nachbarn nicht mehr ausreichen, können Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, zum Beispiel durch eine Spitex-Organisation. Deren Pflege-, Betreuungs- und Beratungsleistungen tragen dazu bei, dass Sie selbstständig bleiben können. Doch auch diese Leistungen können an Grenzen stossen, vor allem wenn Sie über längere Zeit eine sehr intensive Betreuung benötigen oder wenn Ihre Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist.

Beschäftigung einer eigenen Angestellten

Immer mehr Haushalte in der Schweiz beschäftigen eine Angestellte, die im Alltag untersützten und pflegende Aufgaben übernimmt. Auch Sie haben Möglichkeit, beispielsweise eine Pflegehelferin SRK oder eine Migrantin anzustellen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass diese Anstellung zu fairen Bedingungen erfolgt. Eine gute Betreuung lässt sich nur gewährleisten, wenn zum Beispiel die Ruhezeiten eingehalten werden. Verschiedene Websites bieten hilfreiche Informationen zur Beschäftigung von Hausangestellten und zu den Rahmenbedingungen, die eingehalten werden sollten. Informationen finden Sie bei den Websiten der Bundesverwaltung, von Pro Senectute, der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich oder der Informationsplattform careinfo.

Wohnen bei einer Familie

Sie nehmen nach Belieben am Familienleben teil und erhalten zugleich Pflege- und Betreuungsleistungen. In der Regel verfügt die Person, die Sie betreut, über Grundkenntnisse in Pflege und Betreuung. Für die geleistete Pflege entrichten Sie ihr eine Entschädigung.

Eintritt in ein Pflegeheim

Vielen Menschen fällt der Gedanke an den Umzug in ein Pflegeheim schwer. Doch manchmal wird ein solcher Schritt unumgänglich. Bevor Sie sich anmelden, sollten Sie sich über Ihre Erwartungen und Ihre persönlichen Vorstellungen klar werden und die Angebote der verschiedenen Heime vergleichen. Es empfiehlt sich auch, eine Vertrauensperson zu bezeichnen, die an Ihrer Stelle entscheiden kann, falls Sie Ihren Willen einmal nicht mehr selbst äussern können. Machen Sie sich früh genug mit dem Gedanken eines Heimeintritts vertraut.

Finanzierung der Pflege

Hilflosenentschädigung der AHV oder IV

Wer seinen Wohnsitz und Aufenthalt in der Schweiz hat und bei alltäglichen Lebensverrichtungen während mehr als einen Jahr dauernd und erheblich auf Hilfe angewiesen ist, hat Anspruch auf Hilflosenentschädigung. Diese Entschädigung wird nach dem Grad der Hilflosigkeit berechnet.

Ergänzungsleistungen zur AHV und zur IV

Wer eine AHV- oder IV-Rente bezieht, hat nach Gesetz und Verfassung Anspruch auf die Deckung seines Existenzbedarfs. Personen, die eine Rente beziehen und in der Schweiz ihren Wohnsitz und Aufenthalt haben, erhalten nach Bedarf Ergänzungsleistungen (EL), wenn ihr Existenzbedarf durch die ordentlichen Versicherungsleistungen und ihr weiteres Einkommen nicht gedeckt ist. Je nachdem, ob eine Person zu Hause oder im Heim lebt, werden die EL unterschiedlich berechnet. In der Regel werden die EL von der kantonalen Ausgleichskasse des Wohnorts ausbezahlt und müssen bei dieser Kasse angemeldet werden.

Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten

Zusätzlich zur monatlichen Ergänzungsleistung werden Personen, die Ergänzungsleistungen beziehen, die Krankheits- und Behinderungskosten vergütet, die in den vorangegangenen 15 Monaten in der Schweiz angefallen sind, sofern diese Kosten nicht durch die Krankenversicherung oder eine andere Versicherung gedeckt sind. Als Krankheits- und Behinderungskosten gelten vor allem Kosten für medizinische und zahnärztliche Behandlungen, für Medikamente, für die Hilfe, Pflege und Betreuung zu Hause, für die Kostenbeteiligung der versicherten Person sowie für Kuren und für spezielle Diäten. Die zuständigen Stellen können Ihnen Auskunft über die Voraussetzungen erteilen, unter denen Sie Ergänzungsleistungen zur AHV und IV erhalten.

Hilfsmittel

Die AHV leistet Beiträge an die Finanzierung bestimmter Hilfsmittel. Allerdings sind diese Beiträge tiefer als früher in der Invalidenversicherung. Erkundigen Sie sich bei der AHV-Zweigstelle Ihrer Gemeinde oder bei Ihrer Ausgleichskasse, bevor Sie ein Hörgerät, eine Vergrösserungsbrille kaufen oder einen Rollstuhl mieten. Sie erhalten dort auch ein Antragsformular.

Betreuungsgutschriften

Wer ein Kind, die Eltern, Schwiegereltern, den Ehegatten oder die Ehegattin betreut, kann bei der AHV-Zweigstelle der eigenen Wohngemeinde Betreuungsgutschriften geltend machen. Voraussetzung ist, dass die betreute Person eine Hilflosenentschädigung aufgrund einer mindestens mittleren Hilflosigkeit bezieht. Diese Gutschriften werden Personen gewährt, die mit der pflegebedürftigen Person im gleichen Haushalt leben und weder selbst eine Alters- oder Invalidenrente beziehen noch Kinder unter 16 Jahren haben.

Im Gegensatz zu Erziehungsgutschriften muss die Anrechnung der Betreuungsgutschriften jedes Jahr erneut angemeldet werden. Diese Gutschriften werden später bei der Berechnung der Rente der Person berücksichtigt, welche die Pflege geleistet hat. Informieren Sie sich über den geltenden gesetzlichen Vorschriften.

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