Sterben und Tod

Der Tod gehört zum Leben. Mitzuerleben, wie ein enges Familienmitglied stirbt, ist eine tiefgehende Erfahrung und es gibt kein richtiges oder falsches Verhalten. Hier finden Sie Informationen und Anregungen rund ums das Thema Sterben.

Palliative Care

Palliative Care ist eine Form der medizinischen Betreuung, mit der sich die Lebensqualität von unheilbar kranken und sterbenden Menschen verbessern lässt. Sie wird heute immer häufiger angewandt.

Statt das Leben mit allen Mitteln zu erhalten und zu verlängern, ist Palliative Care darauf ausgerichtet, schwerkranke Menschen bis zum Tod zu pflegen und ihre Beschwerden zu lindern. Dabei werden die körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten berücksichtigt. Im Zentrum stehen somit der kranke Mensch und seine Angehörigen. Palliative Care richtet sich nicht nur an Sterbende. Sie kann lange vor der Terminalphase eingesetzt werden, um die Lebensqualität zu erhöhen.

Was ist Palliative Care?

Die Schweizerische Gesellschaft für palliative Medizin, Pflege und Begleitung geht von der folgenden Definition aus:

  • Palliative Care lindert Schmerzen und andere belastende Beschwerden;
  • unterstützt den Patienten darin, so lange wie möglich aktiv zu bleiben;
  • integriert psychische und spirituelle Aspekte;
  • bejaht das Leben und erachtet das Sterben als normalen Prozess;
  • will den Tod weder beschleunigen noch verzögern;
  • unterstützt Angehörige, die Krankheit der Patientin oder des Patienten und die eigene Trauer zu verarbeiten;
  • ist Teamarbeit, um den Bedürfnissen aller möglichst gut gerecht zu werden;
  • kann frühzeitig in der Erkrankung in Kombination mit lebensverlängernden Massnahmen angewendet werden, wie beispielsweise Chemo- und Radiotherapie.

Palliative Care kann im Spital, in einem (Pflege-)Heim, zu Hause oder in einer spezifischen Palliativeinrichtung erfolgen. Vielerorts bestehen zudem mobile Palliativteams, die den Hausarzt und die Spitex unterstützen. Auf der Website www.palliative.ch finden Sie Anlaufstellen, die Palliative Care anbieten.

Kosten

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt die Kosten für die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen (Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnahmen, die ambulant, bei Hausbesuchen, stationär oder in einem Pflegeheim durchgeführt werden). Bei Fragen zur Kostenübernahme wenden Sie sich an die Krankenversicherung. 

Regeln Sie, was Ihnen wichtig ist

Vorkehrungen für das Lebensende zu treffen kann helfen, dem Tod gelassener entgegenzusehen. Es lohnt sich, sich darüber frühzeitig Gedanken zu machen.

Haben Sie den Mut, über Fragen zum Tod nachzudenken. Wägen Sie Pro und Contra  verschiedener Möglichkeiten ab und legen Sie fest, was Ihnen wichtig ist. Sprechen Sie auch mit Ihrem Umfeld über Ihre Gedanken und Wünsche.

Patientenverfügung

Es ist ganz normal, sich vor dem Tod zu fürchten. Oft ist die Angst vor dem Sterben mit konkreten Vorstellungen verbunden: Angst, Schmerzen zu haben, zu ersticken, an Übelkeit zu leiden, die Kontrolle zu verlieren oder unangemessenen medizinischen Massnahmen ausgesetzt zu sein, die das Leiden unnötig verlängern. In einer Patientenverfügung können Sie festlegen, welche Therapien Sie erhalten möchten, und dafür sorgen, dass Ihr Wille auch dann respektiert wird, wenn Sie sich nicht mehr selbst äussern können.

Sterbebegleitung und Bestattung

Welche Fragen beschäftigen Sie im Zusammenhang mit Ihrem Tod besonders? Halten Sie die Punkte, die Ihnen wichtig sind, schriftlich fest. So haben Sie Gewissheit, dass die Sterbebegleitung, die Trauerfeier und die Bestattung Ihren Wünschen entsprechen werden.

Organspende

Auch ältere Menschen haben die Möglichkeit, bestimmte Organe für eine Transplantation zu spenden. Falls Sie sich für eine Organspende nach dem Tod interessieren, erhalten Sie bei Swisstransplant alle notwendigen Informationen. 

Sterbende Angehörige begleiten

Die meisten Menschen wünschen sich, zu Hause umgeben von ihren Nächsten zu sterben. In der letzten Phase des Lebens ist die Begleitung eines Angehörigen besonders intensiv. Deshalb sollten Sie sich unbedingt unterstützen lassen.

Möchten Sie einem Mitglied Ihrer Familie ermöglichen, zu Hause zu sterben? Dann sollten einige wichtige Voraussetzungen berücksichtigt werden:

  • Die betroffene Person und Ihre Familie müssen grundsätzlich mit dem Sterben zu Hause einverstanden sein.
  • Es müssen mehrere Personen in der Lage sein, die sterbende Person zu pflegen.
  • Es muss jederzeit qualifiziertes medizinisches Personal abrufbar sein.
  • Achten Sie auf praktische Aspekte wie Barrierefreiheit in Ihrer Wohnung oder Platz für allfällige medizinische Apparate.

Intensive Gefühle

Mitzuerleben, wie der Tod naht, löst intensive Gefühle aus: Angst, Schrecken, Wut, Trauer, Schuld, Verzweiflung. Aber auch Nähe, Verbundenheit sowie religiöse Empfindungen und Fragestellungen sind in dieser Situation normal und natürlich.

Eine wohltuende Atmosphäre schaffen

  • Lassen Sie die sterbende Person nach Möglichkeit am Ihrem alltäglichen Leben teilhaben. Ihre bisherigen Lebensgewohnheiten sollten auch jetzt den Tag bestimmen.
  • Ermuntern Sie die betreute Person, täglich für einige Stunden das Bett zu verlassen und zum Beispiel von ihrem Lieblingssessel aus am Alltagsleben teilzunehmen (sofern es ihr noch möglich ist).
  • Die ruhige und verständnisvolle Anwesenheit von Menschen, die mit dem Sterben vertraut sind oder sich darauf einlassen können, kann auch für Sie eine grosse Hilfe sein.
  • Besprechen Sie mit der betreuten Person, welche Besuche für sie wohltuend sind und auf welche eher verzichtet werden sollte.

Lassen Sie sich unterstützen und tragen Sie sich Sorge

In dieser Phase der Begleitung ist es wichtig, dass Sie Unterstützung durch qualifiziertes medizinisches Personal – eine Spitex-Organisation und Freiwillige – in Anspruch nehmen, die Sie entlasten können. Sorgen Sie auch dafür, dass Sie eine Ansprechperson haben, an die Sie sich bei Notfällen in der Nacht oder am Wochenende wenden können. Ihre Kräfte werden in dieser Zeit sehr stark beansprucht. Planen Sie regelmässige Ruhepausen ein, damit Sie wieder auftanken können. Organisieren Sie eine Ablösung, die bei der sterbenden Person bleiben kann, vor allem während der Nacht.

Schmerzen lindern

Viele Menschen fürchten sich davor, vor dem Tod an starken Schmerzen zu leiden. Mit Schmerztherapien lässt sich das körperliche Leiden stark lindern oder gar aufheben. Schmerzmittel sollten so eingesetzt werden, dass die sterbende Person schmerzfrei aber wach genug ist, um mit den Menschen, die sie umgeben, Kontakt zu haben. Schmerzen sind nicht nur eine Angelegenheit des Körpers. Seelisches Leiden können sie noch verstärken.

Schwierigkeiten beim Essen

Wenn keine Hoffnung auf Heilung besteht, ist keine Diät mehr nötig. Lassen Sie die sterbende Person essen, was, wann und soviel sie möchte. Es darf auch ein Glas Alkohol sein. Sie sollten auch akzeptieren, dass sie vielleicht gar nichts mehr essen mag. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Schluckbeschwerden auftreten (Erstickungsgefahr).

Was zu trinken geben?

Die meisten sterbenden Menschen mögen nur noch sehr wenig trinken. Das gehört zum Sterbeprozess: Er verlangsamt die körperlichen Funktionen, bringt Ruhe und kann auch die Schmerzen dämpfen.

  • Geben Sie der betreuten Person das zu trinken, was sie am liebsten mag, in kleinen Portionen und nur, wenn sie es wünscht. Oft werden kühle, säuerlich schmeckende Getränke bevorzugt.
  • Mit einem feuchten Tupfer können Sie der sterbenden Person ab und zu den Mund befeuchten. Ist die Luft im Raum zu trocken, besorgen Sie einen Luftbefeuchter.
  • Damit keine Beschwerden auftreten, ist es wichtig, den Mund regelmässig zu pflegen. Fragen Sie eine Pflegefachperson, wie Sie dabei am besten vorgehen.
  • Pflegen Sie die Lippen mit Pommade, um schmerzhafte Risse zu vermeiden.

Schlafen und Wachsein

Sterbende haben oft keinen normalen Schlaf-Wach-Rhythmus mehr. Einige sind sehr unruhig. Für sie ist eine ruhige Umgebung besonders wohltuend. Oft können einfache Mittel zu mehr Ruhe und etwas Schlaf verhelfen:

  • das Bett auffrischen und so für mehr Bequemlichkeit sorgen
  • die sterbende Person umlagern;
  • ein Glas warme Milch oder ein anderes Getränk reichen, das den Schlaf fördert;
  • Lieblingsmusik laufen lassen;
  • einfach ruhig bei der sterbenden Person sitzen. Das gibt ein Gefühl der Geborgenheit. Sterbende haben oft Angst, allein zu sein;
  • ein Gespräch anbieten oder aus einem Buch vorlesen.

Wenn die Patientin oder der Patient bewusstlos ist

Einige Personen schöpfen die notwendige Energie für die Pflege zu Hause aus der Kommunikation mit dem betreuten Angehörigen. Wenn der Patient das Bewusstsein verliert, fehlt ihnen diese Energie. Deshalb entscheiden sich einige Familien in dieser Situation, die Verantwortung für die Pflege nun anderen zu übergeben. Andere hingegen betreuen ihren Angehörigen weiterhin zu Hause. 

Wenn der Tod bevorsteht – wohltuende Rituale

Die Begleitung eines sterbenden Familienmitglieds ist eine der tiefsten Erfahrungen in unserem Leben. In dieser Zeit können Rituale Trost und Halt geben.

Mitzuerleben, wie der Tod naht, löst Gefühle wie Angst, Wut, Trauer, Schuld oder Verzweiflung aus. Aber auch Nähe, Verbundenheit, Liebe und spirituelle Empfindungen und Fragestellungen können in dieser Situation intensiver empfunden werden.

Rituale können Ihnen und der sterbenden Person in dieser schwierigen Zeit Halt und Trost geben. Mit Ritualen können Sie Ruhe herbeiführen und Ihre Liebe zum Ausdruck bringen.

Zum Beispiel können Sie:

  • sich ans Bett der sterbenden Person setzen und sanfte Musik laufen lassen;
  • leise summen oder singen;
  • eine Geschichte oder ein Gedicht vorlesen;
  • Karten oder Briefe vorlesen, die Freunde, Kollegen oder Nachbarn geschickt haben;
  • die Hand oder den Arm der Person halten oder streicheln;
  • ihre Haare bürsten und ihr Gesicht waschen;
  • ihren Mund pflegen oder ihr kleine Schlucke Wasser zu trinken geben;
  • sanft ihre Füsse oder Beine massieren;
  • die Person daran erinnern, dass sie geliebt wird;
  • ihr dafür danken, dass sie zu unserem Leben gehört hat.

Diese Tätigkeiten lindern das Gefühl von Verzweiflung und Hilflosigkeit, das sich manchmal einstellt, wenn die Person schwächer wird und allmählich das Bewusstsein verliert. Zudem können Sie und Ihre Familie so Ihre Gefühle gegenüber dem sterbenden Familienmitglied zum Ausdruck bringen.

Es ist wichtig, dass auch Sie Rituale pflegen, um in dieser intensiven Zeit der Sorge und Pflege auf sich selbst zu achten:

  • Machen Sie Pausen, um sich zu bewegen und zu entspannen, um zu schlafen und zu essen.
  • Nehmen Sie sich Zeit, um darüber nachzudenken, was Sie durchmachen. Führen Sie allenfalls ein Tagebuch. Schreiben kann helfen, Ihre Gefühle auszudrücken und zu ordnen.
  • Informieren Sie regelmässig Ihre Familienmitglieder und Freunde.

Die letzte Stunde

Den Tod einer nahestehenden Person mitzuerleben und diesen Menschen loszulassen ist eine tiefe, berührende oderbelastende Erfahrung. Jeder Mensch reagiert anders darauf.

In der letzten Phase vor dem Tod wird die Atmung oft unregelmässig oder setzt zeitweise aus. Der Arzt oder die Pflegefachperson kann Sie meist darauf aufmerksam machen, wenn der Tod nahe ist. Vielleicht brauchen Sie jetzt jemanden an Ihrer Seite, der auch Sie begleitet und unterstützt.

Manchmal stirbt eine Person allein, ohne dass Angehörige bei ihr sind. Vielleicht hatten die Familienmitglieder und die Freunde erst kurz zuvor das Zimmer verlassen, doch genau in dieser Zeit tritt der Tod ein. Dies kann Bedauern und Schuldgefühle auslösen. Doch es kommt häufig vor, dass Sterbende erst gehen, wenn ihre Angehörigen nicht mehr an ihrer Seite sind. Einige glauben gar, dass Sterbende die Stunde bestimmen, in der sie gehen, und sich somit für einen Zeitpunkt entscheiden, in dem sie allein sind. Vielleicht möchten sie ihren Familienmitgliedern diesen Moment ersparen.

Gefühle zulassen

Ist der Tod eingetreten, lassen Sie die Tatsache auf sich wirken. Bleiben Sie ohne Eile sitzen und lassen Sie alle Gefühle zu, die kommen und gehen. Nicht selten wird eine gewisse Erleichterung empfunden, die jedoch meist mit Schuldgefühlen einhergeht. Es ist normal, sich zu wünschen, dass das Leiden eines Angehörigen ein Ende nimmt und dass möglichst rasch wieder der Alltag eintritt. Angesichts des Todes gibt es keine richtigen oder falschen Reaktionen.

Notwendige Schritte

Wenn Sie sich dazu bereit fühlen, unternehmen Sie die weiteren notwendigen Schritte:

  • halten Sie den Zeitpunkt des Todes schriftlich fest;
  • rufen Sie den Arzt an, der die verstorbene Person in den letzten Wochen betreut hat, und bitten Sie ihn um die ärztliche Todesbescheinigung;
  • legen Sie dazu das Familienbüchlein oder andere Ausweispapiere bereit;
  • benachrichtigen Sie die engsten Familienmitglieder.

Körperliche Veränderungen

Nach dem Tod verändert sich der Körper. Einige dieser Veränderungen können schwer zu ertragen sein, wenn man nicht darauf vorbereitet ist. Sie sind jedoch ganz natürlich. Da die Muskeln nach dem Tod entspannt sind, kann es vorkommen, dass der Körper der verstorbenen Person Stuhl, Urin oder Speichel abgibt. In den ersten Stunden nach dem Tod tritt die Totenstarre ein. Die verstorbene Person sollte möglichst rasch in Rückenlage gebracht werden. Denn schon eine Stunde nach dem Tod wird es viel schwieriger, die Lage des Körpers zu verändern. Wenn die Augen der verstorbenen Person offen sind, können Sie sie mit Ihrer Hand sanft schliessen. Steht der Mund offen, können Sie ein aufgerolltes Handtuch unter das Kinn legen und den Mund schliessen. Nach einiger Zeit kühlt sich der Körper ab und verändert die Farbe.

Rückkehr zum Alltag nach einem Todesfall zu Hause

Nach einem Todesfall zu Hause kann die Rückkehr in den Alltag sehr schwierig sein. Rituale helfen, den Verlust des geliebten Menschen zu verarbeiten.

Sich an die verstorbene Person erinnern

Laden Sie nahestehende Menschen ein, um Erinnerungen an die verstorbene Person auszutauschen. Diese schönen oder traurigen Erinnerungen können Ihnen das Gefühl geben, dass Ihre Erlebnisse mit Ihrem verstorbenen Angehörigen anerkannt werden. Dieser Rückblick auf das Leben der verstorbenen Person ist kein Ersatz und keine Wiederholung der Trauerfeier. Vielmehr ermöglicht er den Angehörigen, an einem persönlicheren, informelleren Ort zu trauern.

Loslassen

Sie haben Ihren verstorbenen Angehörigen umsorgt, Mit dem Tod der angehörigen Person ist nun diese Aufgabe beendet. Möglicherweise müssen Sie sich bald wieder anderen Aufgaben zuwenden, für die Sie sich noch nicht bereit fühlen. Vielleicht haben Sie das Gefühl, die Rückkehr zu Ihren normalen Tätigkeiten sei ein Verrat an Ihrer Beziehung zur verstorbenen Person. Oder Sie fühlen sich schuldig, weil Sie kurz nach dem Tod ihres Elternteils Erleichterung empfinden. Loszulassen und Ihren Angehörigen der Fürsorge einer anderen Macht anzuvertrauen (unabhängig von Ihrer religiösen Überzeugung) kann für Sie eine Möglichkeit sein, Ihre Verbundenheit mit ihm auszudrücken. Einige Menschen haben das Bedürfnis, alle Erinnerungen an die verstorbene Person zu entfernen. Andere möchten einige Andenken oder gar alle Sachen behalten. Alle sollte die eigenen Bedürfnisse berücksichtigen und sich genügend Zeit lassen.

Der Raum, in welchem die Person gestorben ist

Die Räume, in denen sich die verstorbene Person aufgehalten hat, werden bei Ihnen unweigerlich Erinnerungen wecken. Selbst wenn der Ort, an dem die Person gestorben ist, von nun an möglicherweise etwas Heiliges hat, müssen Sie (und Ihre Familie) diese Räume einer neuen Bestimmung zuführen. Dabei kann Ihnen ein Ritual, eine symbolische Handlung helfen, die den Ort einladend macht (eine Kerze oder Weihrauch anzünden, einen Türpfosten kennzeichnen, einen bestimmten Dekorationsgegenstand anbringen, ein Foto aufstellen usw.). Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Sie werden bestimmt ein tröstliches Ritual finden. 

Die Zeit nach dem Tod

Nach der Bestattung der verstorbenen Person kehrt wieder der Alltag ein. Wie geht es nun weiter?

Manchmal machen sich Menschen Sorgen über ihre Reaktion auf den Tod. Sie befürchten, die Kontrolle zu verlieren oder nicht stark genug zu sein, um die Situation zu bewältigen. Gefühle zu zeigen ist kein Zeichen von Schwäche. Und andersrum: Wer sich nichts anmerken lässt, ist deshalb nicht gefühllos. Auch Menschen, die ihre Gefühle nicht ausdrücken, können bestürzt sein, wenn sie vom Tod erfahren. Jeder tut unter diesen Umständen das, was er kann. Auch Personen, die sich zumindest psychisch stark genug fühlen, um einen Schicksalsschlag zu verkraften, werden beim Tod einer nahestehenden Person von intensiven Gefühlen überwältigt.

Die kirchliche Abdankung oder eine andere Form von Trauerfeier hilft der Familie, um die verstorbene Person zu trauern. Als Familie sollten Sie sich Gedanken machen, wo, wie und wann diese Feier stattfinden soll. Die Trauerfeier ist eine Möglichkeit:

  • den Tod anzuerkennen und die Trauer zum Ausdruck zu bringen;
  • sich an die verstorbene Person zu erinnern und sie zu ehren;
  • sich Fragen zur Bedeutung des Todes zu machen
  • den Menschen, die vom Todesfall betroffen sind, in der Gemeinschaft Halt zu geben.

Nehmen Sie sich Zeit zum Trauern:

  • Erlauben Sie sich, traurig zu sein, und nehmen Sie sich die nötige Zeit. Das ist wichtig, damit Sie wirklich Abschied nehmen und das Vergangene loslassen können. Das hilft Ihnen, Ihre neue Lebenssituation und den nächsten Lebensabschnitt offen zu gestalten.
  • Sprechen Sie mit vertrauten Personen über Ihre Trauer und Ihre Gefühle. Suchen Sie professionelle Hilfe, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie nicht allein damit fertigwerden.
  • Pflegen Sie bewusst Kontakte, die Ihnen wichtig sind und die vielleicht in der letzten Zeit zu kurz kamen.
  • Überlegen Sie sich Ihre Wünsche und nehmen Sie sie ernst. So kann eine neue Ordnung in Ihr Leben einziehen. Das braucht Zeit und viel Kraft.

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