Umzug in ein Heim

Manchmal erweist sich ein Alters oder Pflegeheimeintritt als unumgänglich. Mit dem richtigen Vorgehen lässt sich dieser neue Lebensabschnitt sowohl für Ihren Angehörigen als auch für Sie angenehm und reibungslos gestalten.

Das geeignete Pflegeheim finden

Kann die von Ihnen betreute Person aufgrund ihres Gesundheitszustands auch mit Unterstützung nicht mehr zu Hause leben, muss ein Heimeintritt in Betracht gezogen werden. So können Sie den Umzug für Ihren Angehörigen und sich selbst optimal vorbereiten.

Der Eintritt in ein Alters- oder Pflegeheim kann ein schwieriger Schritt sein. In die Entscheidung, die Wohnung aufzugeben, müssen alle Beteiligten einbezogen werden (Ihr Angehöriger, Sie selbst, der Arzt usw.). Manchmal fällt das Gespräch leichter, wenn eine unbeteiligte Drittperson anwesend ist. Das Thema sollte möglichst früh angesprochen werden. So lässt sich trotz Wartelisten eine Unterbringung im gewünschten Alters- oder Pflegeheim garantieren. Bis ein Platz frei wird, muss unter Umständen vorübergehend ein Aufenthalt in einem anderen Heim in Betracht gezogen werden.

Das Heim kann frei gewählt werden. Um den geeignetsten Ort zu finden, sollten Sie klären, welche Erwartungen Sie und Ihr Angehöriger haben, und die verschiedenen Heime miteinander vergleichen. Lassen Sie sich Unterlagen schicken, verlangen Sie das Leitbild, die Heimordnung und den Leistungskatalog des Heims sowie eine Kostenberechnung. Besichtigen Sie das Heim und die Zimmer. Erkundigen Sie sich auch, ob ein Schnupper- oder Ferienaufenthalt im Heim möglich ist.

Vor dem Entscheid für ein bestimmtes Heim sollten unbedingt die folgenden Fragen geklärt werden:

Standort

In der Nähe von Familie und Bekannten, mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar? Um eine zu starke Entwurzelung zu vermeiden, ist ein Heim in der Nähe des bisherigen Lebensorts vorzuziehen.

Heimtyp

Kleines oder grosses, öffentliches oder privates Heim, Umgebung des Heims, Betreuung und Langzeitpflege gewährleistet?

Ethische Aspekte

Leitbild, Mitbestimmungsrecht der Bewohner, Einbezug der Angehörigen in die Entscheidungen, Qualifikation des Personals?

Ausstattung und Heimordnung

Lift, Aufenthaltsräume, Bibliothek, öffentliche Cafeteria, Raucherräume, Kellerabteil, Gästezimmer, Haustiere erlaubt?

Zimmer

Einzelzimmer, Möglichkeit, mit dem Partner zusammenzuleben, eigener Schlüssel, Einrichtung mit den eigenen Möbeln und Sachen, eigene Toilette, Telefonanschluss, Computer- und Internetzugang, Radio-TV-Anschluss, Notrufsystem, Vorschriften bezüglich des Rauchens?

Leistungen

Menüwahl, flexible Essenszeiten, Möglichkeit, im eigenen Zimmer zu essen, Platzwahl am Tisch, Getränkeauswahl, unbeschränkte Besuchszeiten, Coiffeur im Heim?

Aktivitäten/Angebote

Möglichkeit zur Ausübung von Hobbys, anregende Aktivitäten, Koch- oder Gartengruppen, Empfang der Angehörigen, Internetcafé, Gottesdienste, Heimseelsorge, Mitbestimmungsrecht?

Pflege und Betreuung

Pflege bei Krankheit und, falls Langzeitpflege notwendig wird, Möglichkeit, im eigenen Zimmer zu bleiben, freie Arztwahl, Einbezug der Angehörigen in die Betreuung?

Kosten

Monatliche Auslagen, Fixkosten, Zusatzleistungen, Verrechnung der Pflegekosten?

Organisieren Sie den Umzug sorgfältig, sobald die Anmeldung erfolgt ist.

Kosten und Finanzierung des Heimaufenthalts

Wer medizinische Betreuung benötigt, ist in einem Pflegeheim gut aufgehoben. Die beanspruchten Leistungen werden vom Bewohner, von der Krankenkasse und der öffentlichen Hand finanziert.

Die Rechnung eines Pflegeheims umfasst die Hotelleriekosten (Unterkunft und Verpflegung), die Pflegekosten, eine Medikamentenpauschale, die Betreuungskosten sowie die persönlichen Kosten (Telefon, Pedicure, Kosmetika usw.).

Einen Beitrag an diese Rechnung leisten:

  • die Krankenkasse, die dem Bewohner die Franchise und einen Selbstbehalt von 10% wieder in Rechnung stellt;
  • die öffentliche Hand, die einen Teil der Pflegeleistungen übernimmt;
  • die im Heim lebende Person: Die Pensions- und Betreuungskosten sowie ein Teil der Pflege werden der betreuten Person in Rechnung gestellt. Dieser muss sie aus den eigenen Mitteln begleichen: AHV-Rente, BVG-Rente (Pensionskasse), Hilflosenentschädigung (HILO), weitere Einkünfte (Suva, UVG usw.), Vermögenszinsen, Vermögensverzehr. Entsprechend der finanziellen Situation können die Mittel durch Ergänzungsleistungen und einen staatlichen Beitrag an die Betreuungskosten ergänzt werden.

Wer vor dem Eintritt in ein Alters- oder Pflegeheim steht (oder die Familie dieser Person), kann ein Gespräch mit einer Sozialberaterin der Pro Senectute verlangen, um die notwendigen Informationen zum Heimeintritt sowie zu den Aufenthaltskosten und zur Finanzierung zu erhalten.

Altersheime verrechnen ihren Bewohnerinnen und Bewohnern eine Tagespauschale für die Pensionskosten (Unterkunft und Verpflegung). Wer nicht über genügend eigene Mittel verfügt, um die Kosten zu decken, kann Ergänzungsleistungen beantragen.

Heimeintritt – eine völlig neue Situation für alle Beteiligten

Tritt ein Familienmitglied in ein Alters- oder Pflegeheim ein, ist dies für alle eine neue Situation. Mit einigen vorsorglichen Massnahmen lässt sich dieses neue Kapitel im Leben optimal gestalten.

  • Erkundigen Sie sich vor dem Heimeintritt über die Ausstattung, die mitgebracht werden muss. Wählen Sie zusammen mit der Person, die ins Heim eintritt, Kleider, Dinge und allfällige Kleinmöbel, die sie behalten möchte. Das erleichtert das Einleben an neuem Wohnort.
  • Stimmen Sie den Tag und den Zeitpunkt des Eintritts auf Ihre Möglichkeiten und die der älteren Person ab. Berücksichtigen Sie auch die Gegebenheiten des Heims, damit das Personal die ältere Person unter optimalen Bedingungen empfangen und sich Zeit für sie nehmen kann. Vermeiden Sie einen Eintritt am Morgen, da das Personal dann sehr beschäftigt ist.
  • Stellen Sie am Tag des Eintritts alle praktischen Fragen, die Sie zum Heimalltag haben. Das Personal des Heims ist dazu da, Ihnen zu helfen. Wenn Sie gut informiert sind, werden Sie sich beruhigt fühlen und auch besser in der Lage sein, Ihren Angehörigen beim Einleben im Heim zu unterstützen.
  • Erkundigen Sie sich, wer Ihre Ansprechpersonen sind, damit Sie sich bei Bedarf später an sie wenden können.
  • Bleiben Sie einigen Stunden bei Ihrem Angehörigen im Heim, essen Sie vielleicht zusammen eine Mahlzeit.
  • Versuchen Sie, das Zimmer so einzurichten, dass es Ihre angehörige Person an ihr Zuhause erinnert. So hat sie Orientierungspunkt und das Zimmer kann zu einem Ort werden, wo sie sich zu Hause fühlt.

Eingewöhnungszeit

Selbst mit einer guten Vorbereitung wird Ihr Familienmitglied nach dem Umzug wahrscheinlich zunächst einige Schwierigkeiten haben. Lassen Sie ihr Zeit, um sich einzuleben: Vielleicht wird sie sich zunächst weigern, das Zimmer zu verlassen oder die anderen Heimbewohnenden kennenzulernen, oder missmutig sein. Das ist normal. Manche ältere Menschen durchlaufen einen Trauerprozess um das bisherige Zuhause. Sie müssen sich zuerst mit den Regeln vertraut machen, die im neuen Lebensumfeld gelten. Das ist eine Umstellung. Meist dauert es ein bis zwei Monate, bis sich die ältere Person eingewöhnt; diese Zeit ist notwendig, damit sie sich am neuen Ort wohlfühlen kann. Danach wird sich ihre Haltung nach und nach verändern: Sie wird beginnen, auf die anderen zuzugehen, oder weniger missmutig und betrübt sein.

Auch Sie werden auf die Probe gestellt

Für Kinder kann der Heimeintritt eines Elternteils ebenfalls eine prägende Erfahrung sein. Es können Schuldgefühle (Eindruck, seine Mutter oder seinen Vater «abzuschieben»), Erschöpfung oder ein Gefühl des Scheiterns auftreten. Trotzdem:

  • Achten Sie darauf, nicht das Personal zu ersetzen und im Heimalltag dessen Platz einzunehmen.
  • Lassen Sie die im Heim lebende Person nach Möglichkeit weiterhin am Familienleben teilnehmen, indem sie zum Beispiel mit ins Restaurant kommt.
  • Tragen Sie sich Sorge. So können Sie Erschöpfungssituationen vermeiden (beispielsweise aufgrund zu häufigen Besuchen im Heim).

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