Fakten

Suizid – Wenn nahe Menschen nicht mehr leben wollen

Menschen, die durch einen Suizid aus dem Leben gehen, tun diesen Schritt aus einer als unerträglich erlebten grossen Not heraus. Es ist, als gäbe es keine Perspektiven, keine Hilfe und keinen Ausweg, um den (seelischen) Schmerz zu lindern. Das Leben mit seinen Anforderungen wird immer unerträglicher. Der Blick darauf verengt sich immer mehr, alles scheint «folgerichtig» auf den Schritt des Suizids zuzulaufen.

Unerwartet? Geplant?

Manche Menschen bereiten den Suizid als «assistierten Suizid», das heisst mit Hilfe einer Sterbehilfeorganisation vor. Zum Beispiel bei unheilbaren Krankheiten, wenn die körperlichen und seelischen Kräfte aufgebraucht sind. Der Suizid wird zu einem geplanten Akt. Auch ältere Menschen, die zunehmend unter den Beschwernissen des Alters leiden, wählen den Weg des «assistierten Suizids».

«Es gibt nur eine Kette, die uns gefesselt hält, nämlich die Liebe zum Leben. Wir dürfen sie nicht von uns weisen, aber wir müssen ihren Druck mindern, damit uns unter dem Druck der Umstände nichts zurückhalte und hindere bereit zu sein, unverzüglich das zu tun, was einmal doch geschehen muss.» Seneca

Für die Hinterbliebenen bedeutet ein Suizid stets eine schmerzvolle Erfahrung. Kommt der Tod zudem unerwartet, trifft es sie wie ein Schock – das Leben gerät aus den Fugen. Sie bleiben mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Gedanken und Gefühlen zurück: Trauer, Schuld- und Schamgefühle, Überforderung und Ängste, Ärger, Wut, Leere, Verlustängste. Diese, eher negativen Gefühle, kollidieren unweigerlich mit den Empfindungen Verständnis und Mitgefühl.

Zahlen

Suizide: 2013 starben in der Schweiz 786 Männer und 284 Frauen durch Suizid (nicht-assistiert). Das sind zwei bis drei Suizide pro Tag – und viermal mehr Todesfälle durch Suizid als durch Strassenverkehrsunfälle. Zudem werden jährlich rund 10‘000 Personen nach Suizidversuchen medizinisch behandelt. (Quelle: spectra Juni 2016)
Assistierte Suizide: Das BFS verzeichnete 2014 bei Personen mit Wohnsitz in der Schweiz 742 Fälle, bei denen Sterbehilfe geleistet wurde. Gegenüber dem Vorjahr sind es 26 Prozent mehr. Seit 2008 hat die Zahl jedes Jahr zugenommen. In der Periode 2010–2014 waren 94 Prozent der Betroffenen 55-jährig oder älter. (Quelle: https://www.bfs.admin.ch/bfsstatic/dam/assets/1023131/master)

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